Was bringt die Metagenomanalyse bei der Suche nach der Uveitisursache?
Shownotes
Was bringt die Metagenomanalyse bei der Suche nach der Uveitisursache?
Dr. Annika Licht im Gespräch mit PD. Dr. Benedikt Schworm
Wir springen mit PD Dr. Schworm zur infektiösen Uveitis - genauer nach der Frage, wie man den Erreger denn nun wirklich finden kann- denn die Möglichkeiten entwickeln sich immer weiter. In dieser Folge erfahren Sie, was der Unterschied zwischen einer PCR und einer Metagenomanalyse ist- wie geht diese vor und werden wir in Zukunft vielleicht einmal alle Patienten mit Verdacht auf infektiös bedingte Uveitis damit testen?
Weitere Infos und die Studie selbst gibt es hier: Shantha JG, Moussa K, Laovirojjanakul W, Yeh S, Tsui E, Chen JL, Vitale AT, Shakoor A, Larochelle M, Niemeyer K, Mentreddy A, Livnat I, Safo M, Ao W, Choo C, Yan D, Zhong L, Chen C, Da Silva K, Reddy AK, Lee J, Sura A, Crowell EL, Qian Y, Sharon Y, Hinterwirth A, Porco T, Arnold BF, Gonzales J, Acharya NR, Lietman TM, Doan T; OPTICS Study Group. The Effect of Metagenomic Sequencing on Patient Clinical Outcomes for Intraocular Infections: A Multicenter Randomized Controlled Trial. Am J Ophthalmol. 2025 Nov;279:100-109. https://www.ajo.com/article/S0002-9394(25)00350-2/pdf
Transkript anzeigen
00:00:04:
00:00:12: Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe unter vier Augen der Off-Time-O-Podcast.
00:00:17: Mein Name ist Dr.
00:00:18: Annika Licht, ich freu mich, dass ich heute mit Privattozent Dr.
00:00:21: Schwarm sprechen darf von der LMU München.
00:00:24: Wir unterhalten uns weiter über UVITIS.
00:00:27: Ich bedanke mich für das Möglichmachen bei Alimera.
00:00:31: Dann geben wir direkt rein!
00:00:32: Wir sprechen heute über die Metagenomenanalyse Beide Suche nach der UWE-Tissursache und was sie dafür bringen kann.
00:00:41: Das ist eine Studie von Shanta und Kollegen, die im Jahr zwei Tausendfünfundzwanzig erschienen ist.
00:00:48: Und wenn wir darüber sprechen, Herr Privatdozent Dr.
00:00:52: Schworn, dann würde ich gerne erst mal wissen, was in dem Fall Metagenomen überhaupt meint?
00:00:58: Okay!
00:01:00: Also herzlichen Dank, dass Sie für die Anführung... also ich freue mich auch wieder dabei zu sein.
00:01:05: Diese Studie ist wirklich speziell und auch sehr interessant, weil es eine neue Technik in Aussicht stellt, die die meisten wahrscheinlich noch überhaupt nie gehört haben.
00:01:17: Bei der Metagenome Sequenzierung wird nämlich nicht so wie bei der sonst üblichen PCR gezielt nach einem Erringer gesucht sondern aus einer Probe des gesamten Genomes, was da drin ist sequenziert biostatistischen Methoden zurückgerechnet, weil da ist natürlich auch viel Genom von dem Menschen drin, von denen die Probe stammt.
00:01:42: Und dann wird gezielt nach Genomen von Mikroorganismen gesucht.
00:01:47: und weil ja inzwischen so viel sequenziert worden ist und so viele Bibliotheken existieren kann man dann ... Dann kann man z.B.
00:01:56: Spuren von einem Rötelnvirus finden oder von irgendeiner seltener Erkrankung.
00:02:03: Das ist ein bisschen Das Prinzip dahinter.
00:02:06: Man sequenziert das gesamte Genom der Probe und rechnet dann alles raus, was keine Rolle spielt und sucht nach dem Nadel in den Heuhausen.
00:02:15: Wie macht man denn diese MDS?
00:02:17: Also diese Metagenome-Analyse?
00:02:21: Letztlich muss mal eine Probe aus dem Auge nehmen, meistens als eine Kammerwasserprobe.
00:02:27: Ähnlich wie wir es auch in der Routine Diagnostik machen ... unklaren Fällen.
00:02:32: Wir machen das schon regelmäßig, dass wir Kammerwasserproben entnehmen um eine PCR-Untersuchung zu machen.
00:02:39: Also eine gezielte Testung auf Erreger DNA oder RNA
00:02:44: zum Beispiel.
00:02:45: Was ist denn der Unterschied?
00:02:47: Und der Unterschied ist bei der PCR Diagnostik wird gezielt DNA und RNA eines Erregers amplifiziert also vermehrt durch diese polymerase Kettenreaktion.
00:03:00: Das heißt man muss sich vorher überlegen auf welche Erreger möchte ich testen.
00:03:07: Man muss eine Rangliste erstellen, das ist mir die wichtigste und so weiter, weil irgendwann ist das Probenvolumen erschöpft.
00:03:13: Eine Kameraserprobe ist meistens ... Wenn man es gut meint, Null, zwei Milliliter, da ist die Vorderkammer wirklich flach.
00:03:22: Und mehr kann man nicht rausnehmen aus dem Auge.
00:03:26: Das heißt damit sind eigentlich vier PCR-Tests möglich und mehr nicht.
00:03:31: Da muss man warten und eventuell zu einem späteren Zeitpunkt noch mal Proben machen.
00:03:35: Und mit diesem MDS-Testing ist es eben eine Untersuchung ohne einer vorherigen Rangliste, sondern das ist ein so genanntes Anbaust-Testing.
00:03:46: Das heißt, man testet ohne einen Verdacht mitzubringen, sondern man sagt einfach hier ist die Probe, schau rein was da drin ist und sag mir was da drinnen ist.
00:03:56: So also sprich, wir hatten... Das ist ein völlig anderer
00:03:59: Zuger.
00:04:00: Ganz anderes Prinzip!
00:04:01: ganz anderes Prinzip.
00:04:02: Und das macht es so interessant.
00:04:04: Das ist ja aber irgendwie ein irres Verfahren, oder?
00:04:07: Ist das überhaupt praxistauglich?
00:04:09: Oder also ist das neu?
00:04:11: Klingt so auffällig!
00:04:12: Es ist auch für
00:04:12: mich und es ist auch im Moment so dass das wahrscheinlich weltweit nur wenige Labors so durchführen können.
00:04:21: Es ist keine Routine Diagnostik, also Deutschland auf keinen Fall... Ja, also wenn man da Zugang zu haben möchte, müsste man wahrscheinlich mit seinem Labor, mit dem er in Verbindung steht gezielt darüber verhandeln ob die Leute Möglichkeit haben das an einen Referenz-Labor weiterzuleiten.
00:04:40: was solche Methoden beherrscht.
00:04:43: Und ob wir das tun müssen erfahren wir dann aller am Ende der Folge.
00:04:47: bevor wir dahin kommen muss ich aber natürlich nochmal fragen wann man bei einer UVitis eine infektiöse Genese denken muss.
00:04:55: Wir haben ja letzte Woche ganz viel über Fluidzinologen gesprochen und nicht infektiöse UV-Tiden.
00:05:00: Und die Langzeitbehandlung davon, aber wir müssen erst mal ausgeschlossen haben, dass was Infektiöses ist.
00:05:06: Gibt es eine Möglichkeit, dass ich als Assistenzärztin reingucke und sage, könnte was Infektiöses sein?
00:05:14: Oder ist das wirklich etwas, was man bei jedem Patienten durch ein Schema testen muss?
00:05:19: Wenn ja, wie machen Sie das?
00:05:21: Ja auf jeden Fall ... Das ist eine sehr gute Frage und das ist auch relevant.
00:05:25: Wenn man den ersten Kontakt mit einem Patienten hat, da stellt sich oft schon die Weiche ... Da muss man die richtigen Schritte erwägen und die richtige Diagnostik veranlassen.
00:05:38: Und wann denke ich an eine infektiöse Genese?
00:05:43: Also wenn nicht nur das Auge ansehe erst mal, wenn es eher einseitig zum Beispiel ist... ganz typisch die Form die Einteilung der Ovidis in Fibrinöse oder Granulomatöse.
00:05:58: Granulmatöse Entzündungstypen sind typischer für infektiöse Ursachen, also wenn man diese speckigen Endothelbeschläge hat, diese fetten oder auch kleine verteilte, aber wenn man eher so eine Art von Entzindungstyp hat oder kleine Knötchen auf der Iris, also die berühmten Köppelknötchen haben wir am Populasaum und Buzackerknötchen in ihres Stromer Ihres Strommadeffekte auch, also wenn zum Beispiel schon länger ein infektiöse Obitis besteht.
00:06:26: im Antelion-Bereich hat man manchmal ja diese Strommedeffekten.
00:06:29: Ganz typisch der Klassiker sind die Herpesviren, die sowas verursachen oder bei fuchtschen Obitis die ganz zarten Durchleuchtungdeffekter, die man sehen kann.
00:06:43: Also wenn man solche Phänomene sieht dann denkt man eher an eine infektioese Obitis.
00:06:47: Wenn man auch und die Netzhaut schaut, dann gibt es auch Befunde, die einen typischerweise ein infektiöse Obitis denken lassen.
00:06:55: Nämlich ganz plakativ.
00:06:58: die großen retinalen Dekrosen wenn man eine retinale große vor sich hat also diese gelben flächigen Händen Zonen in der Peripherie Wenn man dazu auch ausgeprägte Bluturin hat, auch alle fünf infektöse Gymnese denken.
00:07:13: Oder wenn man einen ausgeprägten Glas körperreiz hat und so eine durchleuchtende Narbe, das könnte Toxoplasmose-Ovitis sein.
00:07:20: Also immer, wenn man so ein Spezi... Ihr Einseitigen bewundet hat relativ heftig in der Dynamik.
00:07:27: Granulomatöse Entzündungstyp dann ist es eher an Befund wo man in Richtung Infektiöse-Obitis denken sollte.
00:07:35: Also diese einzelnen Bilder die man sich halt anschaut im Laufe des Studiums, der Facharztausbildung zu den einzelnen Untertypen.
00:07:42: Genauso wie Sie es beschrieben haben.
00:07:44: Das ist auch wirklich typisch, dass man das dann so sieht?
00:07:46: Es ist wahrscheinlich kein Muss aber es ist typisch ... Also okay und die anderen nicht infektiösen sind eher diffuser.
00:07:54: Ja also natürlich ist jeder Patient bei der UVI-Test immer ein bisschen anders Aber es zeigen sich doch immer wieder.
00:08:02: Wir hatten schon
00:08:03: besprochen letzte Woche Es ist jeder Patienten ein bisschen Anders Zeigen sich oft doch so charakteristische Muster.
00:08:12: Man sieht, also ganz typisch sind eben ... Es gibt Sachen, die sind klar wie diese ... Wenn man Toxoplasmosenaben schon hat und dann ist nebendran eine frische Aktivierung
00:08:21: usw.,
00:08:22: da muss man gar nicht groß nachdenken.
00:08:24: Aber es gibt auch immer wieder so Hinweise.
00:08:26: Also eher einseitig, gremlumatös etc.
00:08:30: Dann geht man so einen Schritt weiter und guckt sich das alles genau an.
00:08:34: Weil es ist ja so, man sollte bevor man ... dann auch immunsupressiv behandelt, immer infektiöse Ursachen ausschließen.
00:08:41: Sprich man sollte diese infekziöse Ubiitis wirklich mit gutem Gewissen ausschliessen können bevor man da anfängt mit der Immunsuppression.
00:08:52: Und haben Sie denn Schema für oder gibt es da einen Schema dafür und dass man sich halten kann?
00:08:57: Im Alltag in der Klinischen also wir machen Wir machen immer die Einteilung an den Spaltlampe, also die Enteilung des Inzündungstyps.
00:09:04: Und dann natürlich auch die Enteilung der Obitis.
00:09:06: Das ist ein Anterio- oder Intermediario- oder Posterioro- oder eine Panobitis.
00:09:10: Also diese Sanneinteilungen.
00:09:12: Es hilft schon mal sehr gut, wenn man das alles so einsortiert hat.
00:09:15: Dann hat man ... Den Inzindungstyp schon mal unter Dach und Fach gebracht?
00:09:24: Ja.
00:09:25: Bei jedem Patienten auch, das ist ja auch Teil der Leitlinie der DOG BVA RG, dann wird bei jedem Patienten mit Ovidis ein Labor abgenommen und mit etwas Infektionszereologien.
00:09:37: Also was immer dabei sein sollte sind Zyphilis.
00:09:42: Das ist das... also die Lewis sollte man immer mit ausschließen weil sie kann alles Mögliche machen.
00:09:48: Und da gibt es eben einige typische Befunde, die zum Beispiel eine Toxoplasmose denken lassen wie schon was ich eben meinte.
00:09:57: relativ heftige Vitritis hat, man hat schon bekannte Narben und einen Satellitenherd.
00:10:02: Also neben der alten Narbe eine neue Aktivierung.
00:10:06: Und dann gibt es noch ... Dann muss er weiter nachdenken, wenn die Patient entsprechende Anamese mit sich bringt unter Umständen oder auch Reiseanamese hatte, muss er unter dem Umstand weiter suchen zum Beispiel nach Tuberkulose und solchen Sachen.
00:10:22: Darüber werden wir wahrscheinlich auch noch sprechen.
00:10:24: Okay!
00:10:26: Genau, da wollte ich das einmal überleiten.
00:10:28: zu der Studie.
00:10:30: Die hatten einen sehr speziellen Studienaufbau und dieser beruhte ja auch darauf ... Also sie sind ja uvi-itische Spezialisten und Sie können dann wirklich dem Befund sich anschauen und sagen okay wir machen du es!
00:10:41: Und dann nehmen wir noch dies und das und jenes ab.
00:10:45: Wie haben die das hier gemacht?
00:10:48: Weil die waren ja auch Fokusgruppe dieser Studie müsste man ja eigentlich sagen.
00:10:52: Richtig
00:10:53: Also, die haben die Studie jetzt speziell in zwei Phasen aufgeteilt.
00:10:59: Es wurde ... In der ersten Phase wurden bei der sogenannten Baseline-Untersuchung alle Patienten eingeschlossen, die achtzehn Jahre waren und älter und eine vermutete infektiöse Uvitis hatten.
00:11:15: Und dann haben sie zwei Wochen später noch mal geguckt Und dann gab es wieder neue Einschlusskriterien, um in diese Phase II zu starten.
00:11:28: Das war nämlich die eigentliche Randomisierung.
00:11:31: Es musste weiterhin aktive Inflammation im Auge sein.
00:11:36: Also mindestens Vorderkammerzellen Grad I nach San-Klassifikation oder Glaskörpertrübungen Grad I Nach San und oder aktive Netzhauts entzündung oder korridale Entzündungen, oder Makula dem.
00:11:56: Und dann ... das war die Einschlusskriterien und dann gab's auch Ausschusskriterie.
00:12:00: Also wenn in der Zwischenzeit sowieso ein Patrogäden, also ein Keim oder so was deckt wurde oder die Inflammation zurückgegangen ist, dann wurden die Patienten gar nicht in diese Phase zwei genommen.
00:12:14: Aber die, die an der zweiten Kontrolluntersuchung immer noch aktiv waren Und es wurde weiterhin keinen gefunden.
00:12:21: Das Rätsel wurde nicht gelöst, die wurden dann erst randomisiert.
00:12:26: So kann man das zusammenfassen.
00:12:27: Das ist ein recht kompliziertes Studiendesign und hat dazu geführt dass von den hundert eingeschlossenen Patienten ... Von Hundert Patienten waren nur einundzwanzig tatsächlich in die Randomisierung gekommen.
00:12:45: Und die Randomisierung erfolgte dann in einer Weise, dass eine Gruppe ... Das war ein Zufallsrandomisierung.
00:12:52: Die eine Grupe, da haben die Ärzte, also die Ovidisch-Spezialisten, die Ergebnisse von diesem MDS, also den Metagenomic Deep Sequencing mitgeteilt bekommen und in der anderen Gruppe haben sie es nicht mitgeteilbt bekommen.
00:13:08: Dann wurde vier Wochen später geschaut, ob diese Patienten Welche Gruppe eine bessere Entwicklung der Oviitis hatte?
00:13:23: Die haben letztlich ganz kompliziert.
00:13:25: Also erst Patienten ausgesucht in der Baseland, dann nach zwei Wochen randomisiert.
00:13:30: die, die noch aktiv waren und von denen, die randomisiert wurden, haben einige die Informationen bekommen, die anderen nicht.
00:13:36: Dann haben sie vier Wochen später geschaut, welche von diesen beiden Gruppen ist besser gelaufen als welche?
00:13:41: hatten die vielleicht ein Vorteil an der Behandlung der Obiitis?
00:13:46: Und was kam daraus?
00:13:48: Es ist so, dass bei der tatsächlich randomisierten Gruppe die ... wo die Ärzte oder die Spezialistinnen eine Kenntnis von dieser Untersuchung hatten war.
00:14:01: Die klinische Verbesserungen etwas besser.
00:14:04: Bei eighty- achtzig Prozent gegenüber dreiensechzig Prozent in der anderen Gruppe.
00:14:11: Das war allerdings gerade so statistisch signifikant.
00:14:15: Dann wurde noch weiter untersucht als zweites Outcome, wurde von einem unabhängigen Expertenpanel unter die Therapie beurteilt und geguckt, ob sie das Richtige gemacht haben.
00:14:30: Also ob das Vorgehen richtig war.
00:14:32: Und da gab es keinen signifikanten Vorteil für eine der beiden Gruppen.
00:14:37: Das heißt ... Die Spezialisten oder Spezialistinnen, die da behandelt haben, ob sich jetzt diese Therapie, also diese zusätzliche Formationen von dem Metadynamic Deep Sequencing hatten oder nicht, hat nicht dazu geführt dass sie besser oder schlechter behandelt haben.
00:14:52: Es war nur in der einen Gruppe ein bisschen ein Vorteil zu sehen.
00:14:57: das kann natürlich auch Zufall gewesen sein
00:14:59: und es waren ja am Ende auch nicht mehr so viele Patienten.
00:15:02: also die haben wir angefangen mit hundert und dann waren's ja im ende einundzwanzig in der Eingruppe und...
00:15:08: Also ist neunzehntigfünfundundundumisiert neun ...neuen Patienten.
00:15:13: da haben dann Wir handelten den Ärztinnen und Ärzte, die MDS-Ergebnisse bekommen.
00:15:19: Und bei zwölf haben sie es nicht bekommen.
00:15:23: Von diesen neun und zwölfen wurden am Ende neunundelf ausgewertet, weil in der anderen Gruppe einer noch verloren gegangen ist.
00:15:29: Das waren wirklich kleine Gruppen, die daraus gekommen sind.
00:15:32: Bevor ich da jetzt irgendwas zu sage ... Was halten Sie von dem Studiendesign?
00:15:38: Sie haben ja auch gerade schon kurz, bevor wir angefangen haben, aufzunehmen.
00:15:42: Und sie gesagt, sie war noch selber bei dem Vortrag als es vorgestellt worden ist und dass es auch ein Verschwierig ist so was aufzustellen methodisch weil man natürlich den Patienten trotzdem die beste Behandlung ermöglichen möchte.
00:15:54: Aber wie ... Ja, was passiert in Ihnen wenn Sie von diesem Studiendesign lesen?
00:16:01: Ja, ich denke erst mal, oh mein Gott ist das kompliziert.
00:16:05: Wer hat sich denn darum gekümmert?
00:16:07: Weil da muss man ja die Vollzeit dran arbeiten.
00:16:09: nur diese Patienten und diese Zentren ... Da sind ja auch mehrere Zentren.
00:16:13: Also es sind einige Zentren in den USA gewesen und ein Zentrum in Thailand.
00:16:17: Das alles unter einen Hut zu bringen, wahnsinnig kompliziert!
00:16:20: Und es ist ein gigantischer Aufwand um am Ende einerzehnzig Patienten zu randomisieren.
00:16:27: Aber die Erklärung dafür ist Ich war jetzt noch nicht auf einem Kongress, wo diese Studie auch mal von der Autorin vorgestellt wurde.
00:16:36: Die Erklärung ist, dass es eben darum ging die Patienten sollten ihre Diagnostik und Therapie wie ganz normal kommen als ob sie ganz normal in die Notaufnahme oder eine uvite Spezialspechstunde gehen.
00:16:48: Und es ging nur darum zu sehen bringt diese Zusatzinformationen was ja oder nein den Spezialisten?
00:16:57: Und dafür ist dieses Studiendesign eigentlich genial.
00:16:59: Am Ende ist es wahrscheinlich jetzt nur ein Problem, das ist wahrscheinlich einfach zu wenige Bahnen.
00:17:04: Man hätte wahrscheinlich das Ganze mit tausend Patienten machen müssen und am Ende hat man zahlerne zehn randomized.
00:17:09: Also wenn das die Zahl wäre dann hätte man wahrscheinlich noch bessere Ergebnisse wobei sie das schon mit einer Power-Kalkulation gemacht haben.
00:17:19: also Sie haben damit gerechnet dass vierzig Patienten randomisiert werden statt einundzwanzig.
00:17:25: Sie haben letztlich
00:17:25: ein bisschen zu wenig
00:17:27: randomisiert.
00:17:28: Diese hundert Patienten, die reinkommen in das Studium waren, glaube ich vorgegeben durch die Finanzierung.
00:17:38: Weil nur ein Hundertmal dieses MDS gemacht wurde und dafür gab es eben ... Die Finanzierung gab's nur für hundert Proben.
00:17:49: Und da hatten sie eben das Vorsicht, dass er ausgerechnet.
00:17:51: Also, vierzig wollten so randomisieren am Ende war es einundzwanzig.
00:17:55: Was mich verwirrt hat, ist dieser Pump zwischen dem Ersten und dem Zweiten.
00:17:58: Also die haben ja dann irgendwie gesagt ... okay, wer jetzt noch Aktivität hat, der wird jetzt randomisiert.
00:18:06: Und dann gab's aber diesen Zwischenschritt, das noch ein paar rausgeflogen sind, weil meine Kante plötzlich die Ursache.
00:18:12: Ich hab nicht gefragt, warum Kim anjahrs plötzlich die Ur-Sache?
00:18:15: Wir haben da noch gar nicht weitere Diagnostik gemacht!
00:18:17: Also es hatten schon bisschen irritiert.
00:18:21: Die haben ja normale Patienten ... Standard of Care Diagnostik gemacht.
00:18:27: Und auch das, was an den jeweiligen Zentren, die teilgenommen haben, standart war.
00:18:30: Wenn man das genau anschaut
00:18:31: ... Das steht hier auch?
00:18:33: HSV, VZV, CMV, Toxoplasma Gondi... Genau!
00:18:36: ...Sechten erst, Dreiundzwanzig Es und ITS-PCR Kulturen, Graben und Coastains und Serologie um das mal gemeinsam zu haben.
00:18:43: Das waren
00:18:43: alles für Spezialzentren,
00:18:44: d.h.,
00:18:44: sie haben schon PCR-Diagnostika und so gemacht.
00:18:46: Sie haben schon das gemacht, was auch wir in der Spezialsprechstunde machen würden.
00:18:50: Das war jetzt eben nicht nur ins Blaue hinein Und es war eben so.
00:18:54: von den Hunderts, die eingeschlossen wurden bei Baseline.
00:18:57: Sind einundvierzig ausgeschlossen worden, weil sie sowieso von selbst besser geworden sind?
00:19:01: Also das war der Teil ... Ein großer Teil ist damit schon auch rausgeflogen.
00:19:05: Dreiundzwanzig Patienten da wurde dann auf eine andere Art und Weise, dass die Ursache identifiziert.
00:19:12: Acht Patienten stellten sich dann doch als nichtinfektiös heraus.
00:19:15: Da war dann die Obitis-Art dann doch klarer geworden bei der zweiten Untersuchung.
00:19:20: Und sieben sind so rausgeflogen und die nicht mehr gekommen sind usw.
00:19:25: Das heißt, so ist dann diese Zahl von Hunderten am Ende zusammengeschmolzen auf eine Zwanzig?
00:19:32: Vielleicht bin ich ein bisschen gemein aber ich fand die Schlussfrage um zu sagen ja das bringt bessere Ergebnisse bisschen doll weil sie konnten ja eigentlich nur sagen es steht auch am Anfang der Diskussion sehr schön dass sich die Ärzte, die die MDS-Ergebnisse hatten einfach sicherer fühlt mit ihrer Diagnose.
00:19:50: Das ist total schön.
00:19:52: Aber die Kohorte ist viel zu klein, um das zu sagen.
00:19:54: Ich finde es interessant, dass Sie als UV-Ithes-Spezialist sagen, dass es an der Kohortengröße liegt und nicht an der Methodik an sich.
00:20:03: Weil sie sind ja UV-Itisch-Spezialists.
00:20:05: Und das sollte im besten Falle den ganzen Leuten helfen, die eben nicht zwei Tage in einer Woche eine UV-ITES-Sprechstunde machen und tief im Thema drin sind ... weil UV-itis ja ... Also, es ist ja einfach versorgungstechnisch nicht möglich, jeden Patienten in ein UV-Testzentrum zu schicken.
00:20:21: Wie sehen Sie die Zukunft dieser MDS?
00:20:24: Das ist eine sehr gute Frage, weil das ... also... Die Frage ist ja, macht wird in Zukunft bei jedem Patienten auch der nicht an einem Zentrum behandelt wird einen Vorderkammerprobe und schicken wir sie zu so einem MDS Screening.
00:20:40: Das wäre dann die logische Konsequenz, wenn es überlegen wäre, dann müsste man sich dann könnte man diese Art von Diagnostik schon auf den Weg bringen, bevor ein Patient überhaupt einen Termin an einem Obitis-Spezialzentrum hat.
00:20:54: Dafür ist es im Moment einfach noch zu speziell.
00:20:59: Also das ist keine Routinediagnostika und ich glaube, das ist auch das was die wollten zeigen.
00:21:05: Es bringt in der klinischen Routine den Spezialisten etwas aber auch selbst in dem Wissen, dass das kein Moment noch weit weg ist von einer echten Routine-Diagnostik.
00:21:16: Aber wer weiß vielleicht, dass in zehn Jahren diese Diagnostika nicht nur in der Uvitis-Ddiagnostics sondern in den anderen Bereichen der Medizin total etabliert und die Labore bieten das ganz leicht und niederschwellig an?
00:21:30: Dann sieht die Welt wieder anders aus!
00:21:33: Es ist auch so, Also im Moment sagen Sie auch, man sollte es nicht als Screening-Test anbetten.
00:21:40: Sprich, wenn man also das macht... ...als Nicht-Ovidis-Spezialist.
00:21:45: Man hat einen Patienten und denkt ein bisschen Entzündung in der Vorderkammer.
00:21:48: Jetzt machen wir mal eine Vorderkammer proben und schicken das ein.
00:21:51: Das wäre ein Screening!
00:21:53: Und für den Screening kommt überhaupt nicht in Frage erstens was nicht verfügbar ist und zweitens schaue ich es auch zu teuer.
00:22:01: Es gibt überhaupt keine Daten dazu, die man für eine Screening-Untersuchung brauchen würde.
00:22:05: Nämlich wie viele muss ich screenen um einen Treffer zu haben und so was also diese Nummern nicht zu screenen?
00:22:11: Also die ganzen epidemiologischen und volkswirtschaftlichen oder Public Health, also volksgesundheitliche Daten gibts dazu nicht.
00:22:18: Deswegen ist es im Moment so dass diese Studie uns an interessanten Ausblicke in die Zukunft bringt nämlich das diese Methodik funktioniert aber der Stellenwert in der Routine-Diagnostik ist damit noch lange nicht erklärt.
00:22:35: Aber ganz interessant ist, dass auch die Spezialisten sich wohler gefühlt haben – es gab ja dann diese Fragebögen auch – sie fühlten sich sicherer an ihrer Diagnostika vor allem in der Ausschlussdiagnostikum zu sagen, wir haben nichts gefunden.
00:22:48: Weil das ist häufig das Problem in der OVIT, dass man was vermutet und dann findet man nichts.
00:22:54: Und dann ist es die Frage, ist wirklich nichts oder haben wir nur nichts gefunden?
00:22:59: PCR-Diagnostika kann auch falsch negativ sein.
00:23:02: Und da hat diese ... Bistiger
00:23:04: Hinweis,
00:23:05: ja!
00:23:05: Ja und in dieser Studie haben die Spezialisten, die Zugang dazu hatten gesagt, sie fühlen sich sicherer in ihrer Entscheidung.
00:23:15: Das ist unter Umständen natürlich ein sehr weiches Kriterium aber am Ende soll es den Patienten zugutekommen.
00:23:21: Wenn der Spezialist sich sicher fühlt in seiner Entscheidung oder in seiner Behandlung dann kommt das dem Patienten wahrscheinlich schon zugute.
00:23:29: Vielen, vielen Dank.
00:23:29: Das sind ganz tolle Schlussworte für diese Folge.
00:23:33: Danke fürs Vorstellen der Studie!
00:23:36: Wir bleiben gespannt, wie sich das entwickelt.
00:23:38: Also vielen Dank auch an die Forschungskollegen Schanta und Kollegen, die sich hier so viel Mühe gemacht haben mit dieser Studie.
00:23:47: Es bleibt bei uns spannend.
00:23:48: Nächste Woche sprechen wir ein bisschen weiter über die Infektion, so wie ITIS, nämlich Tuberkulose als OVITIS Ursache.
00:23:56: Und bis dahin wünsche ich Ihnen, liebe Zuhörer eine wunderbare Zeit.
00:23:59: Bedankt mich noch mal bei Ali Mehra und bedanke mich natürlich auch bei Ihnen Herr Dr.
00:24:02: Schwarm, dass Sie heute dabei waren!
00:24:03: Vielen
00:24:04: Dank!
00:24:15: Tschüss!
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